Chute
11.5. - 16.6.2012
Kaucyila Brooke & Volker Eichelmann
Chute
May 11 to June 16, 2012
Opening: Thursday, May 10, 2012, 6 pm
Galerie Andreas Huber is pleased to present “Chute”, an exhibition of works by Kaucyila Brooke and Volker Eichelmann. In French and English chute refers to states of falling, from the gravitational pull that causes waterfalls, cataracts and cascades to metaphoric drops, downfalls and ruins.
Kaucyila Brooke’s photographic series ”The Last Time I Saw You” depicts waterfalls from the Columbia River Highway in Oregon. Brooke’s central concern is the historic and contemporary representation of nature. Her work proffers a new perspective on the perception of landscapes, gardens and ‘natural’ phenomena, fundamentally challenging the category of nature itself. Taken with a large format camera, exposures of half a second fail to capture the details of the water’s fall resulting in a blurred white shape. The work is a farewell that is both personal and a valediction to the medium – analogue photography. Also in the exhibition are two pieces from her body of work “After Morandi and after GLH”, which emulates the vase paintings of Giorgio Morandi and pays homage to GLH the initials of the artist’s father who had recently passed away. Showcasing vases from the artist’s collection the series recalls public and private moments of an “after“, that essential latency of all photography.
Volker Eichelmann’s paintings and sculptures invoke excess in a wanton freefall. When Jacques de Bascher organized the fabled “Soirée Moratoire Noire” for Karl Lagerfeld and the Parisian beau monde in the late 1970’s, he was paying homage to the notorious Gilles de Rais. Eichelmann’s painting “Soirée Moratoire Noire” references and celebrates a sublime abandonment. “Cadent comes from the Latin cadere, which means to fall. Decadent is the beautiful way to fall. It’s a very slow movement, which has lots of beauty, you know. It can be a kind of self-killing in a beautiful way, a tragic way.” [1] “Porter”, the artist’s sculptures, adopts a casual pose supporting remnants of fashion and the painting process. Karl-Joris Huysmans, the doyen of decadence, recounts the downfall of de Rais in his novel “La-bas” which details satanic rituals and black magic in 1880’s Paris. Naming the paintings after some of de Rais’ castles and fortresses, Eichelmann’s work is enmeshed in a maelstrom of arcane and moribund references.
Kaucyila Brooke & Volker Eichelmann
Chute
10. Mai bis 16. Juni, 2012
Eröffnung: Donnerstag, 10. Mai, 2012, 18.00
Die Galerie Andreas Huber zeigt im Mai 2012 die Ausstellung „Chute“ mit Kaucyila Brooke und Volker Eichelmann. „Chute“ ist vielfältig, sowohl aus dem Englischen als auch aus dem Französischen, übersetzbar: als Fall, Sturz, Untergang, Verfall, Wasserfall. Sowohl in Brookes als auch in Eichelmanns Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen und Interpretationen von „Fall“ zentral.
Die Fotografien aus der Serie „The Last Time I Saw You“ von Kaucyila Brooke, tragen die Namen der abgebildeten Wasserfälle als Titel. Die situationsbedingte lange Belichtungszeit von einer halben Sekunde lässt den gewaltigen Wasserstrom als weißen Strich erscheinen, an dem keine Details von Wasser zu erkennen sind. Die zeitgenössische und historische Repräsentation von Natur steht dabei im Mittelpunkt ihres Interesses. Ihre Auseinandersetzung führt zu einer Differenzierung der Wahrnehmung von Landschaft, Garten und natürlichen Phänomenen und stellt die Kategorie Natur grundlegend in Frage. Die mit einer Großformat-Kamera aufgenommenen Bilder hat Kaucyila Brooke selbst in der Dunkelkammer entwickelt. „The Last Time I Saw You“ erzählt von einem Abschied und dem Fall der darauf folgen kann, und ist nicht zuletzt eine Anspielung auf den Abschied von einem Medium – der analogen Fotografie.
In direkter Verbindung dazu steht „After Morandi and after GLH“, das erste ausschließlich digitale Fotoprojekt von Kaucyila Brooke. Die Fotografien zeigen Vasen aus der Sammlung der Künstlerin und sind eine Hommage an Giorgio Morandi. Im Titel spricht Kaucyila Brooke nicht nur die künstlerische Auseinandersetzung mit Vorbildern an sondern auch ganz direkt die Zeit nach „GLH“, ihrem Vater. KünstlerInnen, Generationen, Medien folgen aufeinander, das Neue löst das Alte ab. Brookes Arbeiten evozieren das Gefühl eines freien Falls durch die Zeit, der begleitet wird von Verlust, Trauer und Erinnerungen.
In Volker Eichelmanns aktuellen Bildern und Skulpturen wird ein Fallen im Sinne von Dekadenz in Szene gesetzt: „Cadent comes from the Latin cadere which means to fall. Decadent is the beautiful way to fall. It’s a very slow movement which has lots of beauty, you know. It can be a kind of self-killing in a beautiful way, a tragic way.“[1] Die Malerei „Soirée Moratoire Noire“ unterstreicht den Bezug zur Modewelt. In den 1970er Jahren organisierte Jacques de Bascher ein Fest mit eben diesem Titel für Karl Lagerfeld und die Pariser Haute Volée. Die Figur des Gilles de Rais, die auf eine ganze Reihe von Künstlern und Schriftstellern eine große Anziehung ausübte, spielte bei der Gestaltung des Abends eine wichtige Rolle. Eichelmanns Arbeiten sind weitgehend in dieses verzweigte Netz aus Bezügen verstrickt. Seine Bilder tragen die Namen der Schlösser des de Rais als Titel. Er ist fasziniert von dessen Fall – und Untergang – und der verführerischen Kraft, die von ihm ausgeht. So ließ beispielsweise Karl Joris Huysmans seinen Protagonisten Durtal in „La-bas“ im Paris der 1880er Jahre in einen Sog aus schwarzer Magie und satanistischen Ritualen geraten und aktualisierte damit auch de Rais´ angebliche Versuche mit dem Teufel zu paktieren. Die künstlerischen Verfahren Huysmans und die Verwicklungen und Wirrungen von Bezugssystemen prägen die Arbeitsweise von Eichelmann. Ihm liegt nicht daran den Fall zu lösen, vielmehr ist er selbst einer der Protagonisten.
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